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Philosophie

Die Liebe zur Weisheit 


Wir Menschen brauchen in unserem Leben wieder eine beseelte Orientierung.

Auch in unserer Zeit gibt es noch viele offene Fragen, die auf Antworten warten.

Wie ich finde kommt man, wenn man die Welt ernsthaft verbessern möchte, um die Philosophie nicht herum.

Warum sollten wir uns nicht den Gedanken widmen, die fleißige, beherzte Menschen einst für uns gedacht und geschrieben haben.

Wir dürfen unseren Geist nicht zu einem Bestandteil unseres Körpers machen, damit würden wir unser lebendiges Dasein zu einem maschinellen und herzlosem Dasein reduzieren. Diese fatale Geisteshaltung ist schleichend aber kontinuierlich in vielen Bereichen unseres Lebens eingezogen.

Ein freier Geist und eine Maschine, passen nicht zusammen - sie haben keinerlei natürlichen Zusammenhang und entfernen die Menschheit vom Sinn und Glück ihres Lebens.


Ich bin privilegiert, denn ich kann schreiben.

Zu schreiben, nachdem wir nachgedacht haben, zwingt uns dazu, uns geistig zu öffnen. Durch das Schreiben können wir festhalten, was gesagt wurde. Können verbinden, was wir gehört und gelesen haben. Können nachdenken, um uns in einer Offenheit zu formen, durch die wir „die beste Version von uns selbst“ werden können, wie Aristoteles sagte.

Die Philosophie könnte einen Beitrag zur Rettung der Welt beitragen. Philosophie sollte meiner Meinung nach ein Hauptfach in jeder Schule sein. 

Philosophie, die Liebe zur Weisheit, könnte uns frei von allen nationalen und religiösen Vorurteilen den Weg für ein gedankenvolles, empathisches Miteinander ebnen und kulturübergreifendes Wissen schaffen.

Es mangelt nicht an Weisheiten, es mangelt an den Weisen. In der Politik, in den Medien, in der Industrie und Wirtschaft und nicht zuletzt in der Gesellschaft.

Weisheit erfordert immer eine Anstrengung, zu der viele Menschen in dieser schnelllebigen Zeit  nicht mehr in der Lage sind. 

Ein Ansatz zum Weg der Weisheit kann und muss in den Schulen erfahrbar werden. Von klein an.

Jeder sollte in seinem Herzen die Grundlage für eine weise, gedankliche Kraft und Haltung eingepflanzt bekommen. Dieses einmal erfahrene, würde tief in jedem für den Rest des Lebens erhalten bleiben, egal wie die äußeren Umstände sein mögen.

Das ist ein Appell an das Leben an sich. Ein Appell zur Verwandlung.

Heutzutage meint jeder, dass er alles versteht und nimmt sich doch kaum Zeit um zuzuhören. Jeder fällt dem anderen ins Wort und meint schon alles zu wissen.

Das sind keine bösartigen Verhaltensweisen, das sind Verhaltensweisen die durch diese schnelllebige Zeit entstanden sind und von keinem mehr erzieherisch unterbunden worden sind. Wie oft sieht man junge Eltern, wo man das Gefühl hat, dass die Eltern die Kinder sind. Genauso oft werden Kinder auch ignoriert und in ihren Bedürfnissen und Fragen nicht geleitet, weil ihre Eltern schon nicht geleitet wurden.


Verstehen heißt noch lange nicht begreifen. 

Das philosophische Leben ist ein Vorgehen, welches darin besteht, Ethik, Logik und Wissenschaften zu verbinden. Die besorgniserregenden Ereignisse unserer Zeit - Klimakatastrophen, Kriege, Fluchtursachen, Artensterben, Hungersnöte, Pandemien - könnten viel besser bewältigt werden, wenn die Menschen, statt individualistischen Zielen hinterherzurennen, sich auf ein gemeinschaftliches Ziel konzentrieren könnten.

Das soll nicht bedeuten, dass man keine individuelle Persönlichkeit fordert und fördert, es soll bedeuten, dass man mit seinen individuellen Fähigkeiten einen gesellschaftlichen und nicht egoistischen Beitrag, der nur den Selbstzweck erfüllt,  leisten sollte.

Spätestens nach der Erfahrung der Pandemie, sollten wir einlenken und unseren Selbstzweck hinterfragen. Unser Dasein dient allem Dasein, das sollte die Erkenntnis sein. Jeder kann von anderen lernen. Jeder kann für den anderen eine Freude sein.

Respekt, Mitgefühl, Großzügigkeit, Freundlichkeit gegenüber anderen Menschen auf dieser Welt und Dankbarkeit und ein würdevoller Umgang mit unseren tierischen Lebewesen und unserer Natur, ohne die wir nicht leben können, wenn wir all dies einhalten würden, wäre schon vieles erreicht. Diese elementare Bildung ist der Schlüssel für unser aller Überleben, und unser aller Glück und Licht.

Es gibt keinen Grund anderen zu misstrauen. Misstrauen zerstört die Basis für eine Zusammenarbeit. Wir brauchen uns nicht fürchten vor anderen Kulturen, wir sollten die Vielfalt als Bereicherung erkennen und gemeinsame Projekte zum Wohle unseres Dasein auf dieser Welt gestalten. Wir sollten unschuldigen Menschen  nicht die Schuld für unsere eigenen Defizite und Unzufriedenheiten geben. Oft ist diese Unzufriedenheit nur ein mediales Instrument, um eine Gesellschaft zu spalten und Unruhe und Angst zu stiften. Zur Flucht gezwungene Menschen können nichts dafür, dass Regierungen anderer Staaten auf deren Rücken Kriege anzetteln und Millionen von Leben zerstören, während Europa nur als Zuschauer agiert und diesem menschenverachtenden Zynismus nichts entgegensetzt.

Es mangelt, ausgerechnet in Europa, der Heimat großer Philosophen, an einer philosophischen Strategie für Europa.


Unser Dasein ist fragil, dass hat uns die Pandemie vor Augen geführt. Und ich hoffe sehr, dass wir in der Lage sein werden auch zu sehen, statt nur zu schauen.

Wir haben keine Zeit mehr, um nur zu schauen. Wir müssen unsere Augen öffnen und klar sehen, was uns alles noch bevorsteht.

Die Klimakatastrophe wird zu ungeahnten Fluchtbewegungen führen, die Kriege werden die Klimakatastrophe noch weiter anheizen, Hungersnöte durch fehlende Agrarprodukte, Trinkwasserknappheit und und und - all dies steht uns bevor.

Davor die Augen zu verschließen würde unseren Untergang bedeuten. 

Wir haben uns zu Sklaven des Kapitalismus machen lassen - ganz freiwillig.

Wir haben uns die Natur und die Tierwelt zum Untertan gemacht - ganz freiwillig.

Wir haben das Leid anderer Menschen nicht sehen wollen - ganz freiwillig.

Wir müssen einen sozio-ökologischen Weg einschlagen - ganz freiwillig.

Wir müssen den Wert der Wertschätzung für die humane Gemeinschaft erkennen - ganz freiwillig.

Wir müssen unseren Zorn in gute, gewaltfreie aber kraftvolle Energie wandeln.

Wir müssen den Mut aufbringen und unseren eigenen Verstand einsetzen, statt blind den Anweisungen anderer zu folgen.


Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und irgendwann werden unsere Anpassungsmechanismen zur Normalität werden.

Irgendwann werden sich die Menschen fragen, wie man nur so ignorant und brutal gegenüber anderen Völkern und der Umwelt sein konnte.

Man wird auf unsere Zeit mit Verwunderung zurückblicken und denken, dass wir kaltherzige Maschinen waren.

Wir müssen unsere Lasten der Vergangenheit überwinden und uns vor Zukunftsängsten befreien.

Zeit, dass wir unsere Geschichte verwandeln und uns zu verantwortungsbewußten, mitfühlenden, philosophischen Wesen entwickeln, die wir von Natur aus sind.

Zeit für die mutige Ordnung unserer Gegenwart, denn sie wird unser Morgen sein.

Text MHM

HUMANISMUS:


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Ars vivendi = ars moriendi = Ars vivendi


Die Pandemie hat uns gezeigt, dass irgendwo etwas schief gelaufen ist.

In unserer Gier und unserem materialistischen Lebensstil haben wir wie verrückt konsumiert und verbraucht. 

Auch wie wir uns gegenüber anderen verhalten und unser Umgang mit Tieren ist zu hinterfragen. Die Pandemie hängt mit all diesen Umständen zusammen. Die Antwort auf viele Fragen ist bereits in uns verborgen, wir müssen nur tief in uns hineinhorchen.

Wenn wir diese Sachverhalte nicht ändern, nicht offen sind im Sinne das wir akzeptieren, dass jeder Teil der Schöpfung miteinander zusammenhängt, dann werden wir viele andere Pandemien erleiden, die die Menschheit letztendlich zerstören werden. Körperlich und geistig. Es ist ein Weckruf uns das Weltgeschehen und unser Verhalten, unseren Beitrag zur Situation anzusehen. Dann sollten wir darüber entscheiden, was wir für uns und die Welt besser machen können.


Wir können vieles an und um uns verändern, wenn wir uns jeden Tag aufs Neue darauf besinnen und daran arbeiten. Wir können alle zu besseren Menschen und und besseren Mitmenschen und Mitgeschöpfen werden.

Wichtig ist die Besinnung auf das wirklich Wichtige. An was möchten wir uns einmal zurückerinnern? 

Ars vivendi und Ars moriendi sind ein und der selbe Kreislauf. Wer auf die Kunst eines guten Lebens hinarbeitet, gestaltet gleichzeitig die Kunst des eigenen Sterbens. Das Leben selbst bereitet uns den Weg zu unserem Tod, und wenn wir ein gewissenhaftes, mitfühlendes Leben gelebt haben, so wird unser Sterben angstfrei und ein Teil dieses liebevollen Lebens sein. Wir sollten uns unserer Vergänglichkeit viel mehr bewusst werden. Das würde uns sicher zu einem sinnvolleren, und vor allem zu einem erhöhterem Leben führen und uns dabei helfen die Dinge mit anderen, gütigeren und verständnisvolleren Augen zu sehen.

Es gibt keinen Grund dafür diese Thema zu verdrängen. Man sollte das Thema wie ein Vogel von oben her  betrachten.

Ein federleichtes Herz verleiht unseren Handlungen Flügel.


Es gibt so viele Kleinigkeiten in unserem Leben auf die wir nicht sonderlich achten, doch letztendlich tragen sie alle dazu bei das Schlechte in uns herauszubringen.

Daran zu arbeiten ist eine Lebensaufgabe. Aber es kommt ganz allein auf unsere Einstellung an und auf unseren Willen ein besserer Erdbewohner zu werden im Einklang mit der Natur und anderen Völkern.


Wie können wir uns in Zeiten der Digitalisierung und Schnelllebigkeit auf das konzentrieren was wichtig ist? Ich denke es ist wichtig eine Entscheidung zu treffen was wir wirklich wollen und was für ein Erbe wir dem Leben auf diesen Planeten hinterlassen möchten, welche Erinnerung und Spur wir hinterlegen. Wer gutes hinterlassen möchte muss Gutes tun.  Wir wurden nicht dazu geboren uns die Zeit totzuschlagen, zu arbeiten um Geld zu verdienen damit wir alles mögliche kaufen - unser Leben hat doch einen ganz anderen Sinn. Und der kann nur darin liegen diese Welt zu verbessern. Alles andere ist ein selbstsüchtiges, gieriges und stumpfes vorsich-Hinleben von Morgens bis Abends. Leider schauen sich die Kinder dieses selbstsüchtige Verhalten ab und so geht es seelenlos von Generation zu Generation weiter. 

Ob die Pandemie etwas daran geändert hat? Oder hat die Pandemie diese Haltung bei vielen noch verstärkt und jeder denkt noch mehr an sich und nicht an andere?

Die schlimmste Pandemie ist doch der weltübergreifende Egoismus und die zunehmende Seelenlosigkeit und Herzlosigkeit der Menschen. Übermäßiger Konsum ist ein Seelenkiller.

Diese egoistische Einstellung muss sich ändern. Denn diese Einstellung birgt für die Menschen einer der größten Gefahren.

Wer auch immer der Menschheit diesen sinnfreien Materialismus in den Kopf gesetzt hat, hat die Menschheit um ihren wahrhaftigen Lebenssinn gebracht. 


Jenseits dieser materiellen Welt gibt es ein ganzes Universum an Freuden, Wunder und richtige Lebendigkeit. 


Der soziale Bund der Zwischenmenschlichkeit wird der Geist der Zukunft sein. Rund ist unsere Erde und rund der vereinende, friedliche Geist. Das wird die Krönung jedes Lebens sein. Dieser Zauber bindet wieder was die Vergangenheit hat geteilt. Die Materie beugt sich nieder und da wo das federleichte Herz verweilt wird die Welt endlich geheilt.


Wir könnten uns schon heute leichten Herzens und mit offenen Augen auf diesen Weg machen  - ohne Erwartung auf ein Ergebnis. Denn dieser Weg ist das Ergebnis.



Randnotiz zum Bild der Cherubim und Seraphim Engel: das Wort Seraph stammt aus dem persischen und bedeutet Lichtfeld/vor Liebe glühend. Im alt-persischem Glauben der Zoroaster/Zarathustra ist laut Überlieferungen zum ersten Mal die Rede von Engelswesen bzw. von Gut und Böse. Zarathustra und Echnaton (im weitesten Sinne) waren die Ahnherren des Monotheismus, welcher später von den Juden und dann von den Christen übernommen wurde.


Text MHM



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"Der Mensch ist frei geboren 

und überall liegt er in Ketten" 

Jean-Jacques Rousseau (1712-1778)


Wie Rousseau bereits erkannte,  wissen wir heute, dass moralische Verluste die Kehrseite des wirtschaftlichen Fortschritts sind. Die große Aufgabe die vor uns steht, ist die Verwandlung des vermeintlich unaufhaltsamen technologisch-industriellen Fortschritts in einen moralisch-gesellschaftlichen Fortschritt. Der „Contrat Social“ von Rousseau behandelt eine menschenwürdige Regelung der politischen Verhältnisse, die Gewährleistung der Freiheit und die Errichtung einer stabilen Demokratie.  Welcher Vertrag wäre von Nöten, um in einer Welt der ungerechten Verteilung, der ungleichen Rechte und Pflichten und der Unfreiheit die nötige Stabilität herzustellen? Welche Inhalte sind wichtig, um  den Kampf aller gegen alle nicht weiter zu befeuern?

Voraussetzung ist ein freiwilliger Zusammenschluss, ein Vertrag untereinander, der eine Gemeinschaft begründet. Durch diese Freiwilligkeit ist jeder geschützt. Jeder Beteiligte dient der Freiheit des anderen und wird durch den Dienst der anderen auch seine eigene Freiheit bewahren. In einer derartigen Verfassung ist also ein Regierter zugleich der Regent. 

Rousseaus  „Contrat Social“ ist vielleicht kein unmittelbar anwendbares Modell für eine neue Demokratie, aber Rousseau regt zum Nachdenken an. Zum Nachdenken über eine Verbesserung und zu einer Veränderung noch bestehender, aber auf Dauer nicht mehr haltbarer Strukturen.

Empathie und Moral müssen die egoistischen Interessen einzelner Menschen ablösen. Zum Schutz der Demokratie, sollte diese anzustrebende Entwicklung keine Phrase bleiben. Auch nicht in Deutschland. Was man zur Realisierung eines solchen Gemeinschaftsgefühls braucht, ist die Bildung eines sozialen Gewissens. Denn eines ist zu erkennen, die Weltgemeinschaft muss sich von Egoismen lösen und sich dem Gesamtinteresse der Menschheit und der Umwelt zuwenden. Die Stabilität einer demokratischen Gemeinschaft wird genau von dieser notwendigen Entwicklung abhängen.


Text MHM

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Von den drei Verwandlungen

Aus "Also sprach Zarathustra" von Friedrich Wilhelm Nietzsche



Drei Verwandlungen nenne ich euch des Geistes: wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe. Vieles Schwere gibt es dem Geiste, dem straken, tragsamen Geiste, dem Ehrfurcht innewohnt: nach dem Schweren und Schwersten verlangt seine Stärke.

Was ist schwer? so fragt der tragsame Geist, so kniet er nieder, dem Kamele gleich, und will gut beladen sein.

Was ist das Schwerste, ihr Helden? so fragt der tragsame Geist, dass ich es auf mich nehme und meiner Stärke froh werde.

Ist es nicht das: sich erniedrigen, um seinem Hochmut wehe zu tun? Seine Torheit leuchten lassen, um seiner Weisheit zu spotten?

Oder ist es das: von unserer Sache scheiden, wenn sie ihren Sieg feiert? Auf hohe Berge steigen, um den Versucher zu versuchen?

Oder ist es das: sich von Eicheln und Gras der Erkenntnis nähren und um der Wahrheit willen an der Seele Hunger leiden?

Oder ist es das: krank sein und die Tröster heimschicken und mit Tauben Freundschaft schließen, die niemals hören, was du willst?

Oder ist es das: Die lieben, die uns verachten, und dem Gespenste die Hand reichen, wenn es uns fürchten machen will?

Alles dies Schwerste nimmt der tragsame Geist auf sich: dem Kamele gleich, das beladen in die Wüste eilt, also eilt er in seine Wüste.

Aber in der einsamsten Wüste geschieht die zweite Verwandlung: zum Löwen wird hier der Geist, Freiheit will er sich erbeuten und Herr sein in seiner eignen Wüste.

Seinen letzten Herrn sucht er sich hier: feind will er ihm werden und seinem letzten Gotte, um Sieg will er mit dem großen Drachen ringen.

Welches ist der große Drache, den der Geist nicht mehr Herr und Gott heißen mag?  >> Du-sollst << heißt der große Drache. Aber der Geist des Löwen sagt >> ich will <<.

>> Du-sollst << liegt ihm am Wege, goldfunkelnd, ein Schuppentier, und auf jeder Schuppe glänzt golden >> Du-sollst <<

Tausendjährige Werte glänzen an diesen Schuppen, und also spricht der mächtigste aller Drachen: 

>> aller Wert der Dinge - der glänzt an mir.<<

>>Aller Wert ward schon geschaffen, und aller geschaffene Wert - das bin ich. Wahrlich, es soll kein >ich will< mehr geben!<< Also spricht der Drache.

Meine Brüder, wozu bedarf es des Löwen im Geiste? Was genügt nicht das lastbare Tier, das entsagt und ehrfürchtig ist? Neue Werte schaffen zu neuem Schaffen - das vermag die Macht des Löwen. Freiheit sich schaffen und ein heiliges Nein auch vor der Pflicht: dazu bedarf es den Löwen. Recht sich nehmen zu neuen Werten - das ist das furchtbarste Nehmen für einen tragsamen Geist. Wahrlich, ein Rauben ist es ihm und eines raubenden Tieres Sache.

Als sein Heiligstes liebte er einst das >>Du sollst<< : nun muss er Wahn und Willkür auch noch im Heiligsten finden, dass er sich Freiheit raube von seiner Liebe: des Löwen bedarf es zu diesem Raube.


Aber sagt, was vermag noch das Kind, das auch der Löwe nicht vermochte? Was muss der raubende Löwe auch noch zum Kinde werden?

Unschuld ist das Kind und Vergessen. Ein Neubeginn, ein Spiel, ein aus sich rollendes Rad, eine erste Bewegung, ein heiliges Ja-Sagen.

Ja, zum Spiele des Schaffens, bedarf es eines heiligen Ja-Sagens: seinen Willen will nun der Geist, seine Welt gewinnt sich der Weltverlorene.


Drei Verwandlungen nannte ich Euch des Geistes: wie der Geist zum Kamele ward, und zum Löwen das Kamel, und der Löwe zuletzt zum Kinde. - Also sprach Zarathustra



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Die verflossene Zeit des Lebens zu überschauen, und Gedanken an die wichtigsten Ereignisse desselben anzuknüpfen, kann und darf niemandem uninteressant sein, dem seine eigne Sitten- und Geistesentwicklung am Herzen liegt. Denn wenn auch die Keime zu den geistigen und sittlichen Anlagen schon in uns verborgen liegen und der Grundcharakter jedem Menschen gleichsam angeboren ist, so pflegen doch erst die äußern einwirkenden Verhältnisse, die in bunter Mannigfaltigkeit den Menschen bald tiefer, bald flüchtiger berühren, ihn so zu gestalten, wie er als Mensch sowohl in sittlicher als geistiger Beziehung auftritt. Günstige Lebensverhältnisse können deshalb, ebenso wie unglückliche, sich sowohl nützlich als schädlich zeigen, je nachdem die verschiedeneren Keime zu bösen und guten Neigungen dadurch geweckt werden. Wie oft doch preisen die Menschen die Reichen, die Berühmten, überhaupt vom Glück Begünstigten glücklich  - und wie oft verwünschen nicht gerade jene ihre Lebensstellung, die sie in Laster und Gemütsunruhe gestürzt habe und Neigungen, die ihre Lebensfreude aufzehren, in ihnen erweckt habe. Wofern diese Anschuldigung des Schicksals gerecht ist, wofern überhaupt alle die ihm gemachten Vorwürfe billig sind, so muss diese austeilende Macht entweder blind oder das Prinzip der Ungerechtigkeit sein.

Es ist aber ebenso undenkbar, die höchsten Interessen des Menschengeschlechts in die Hände eines gedanken- und unterscheidungslosen Wesen zu legen, als einem unseriösen Etwas anzuvertrauen. Denn ein abstraktes, ungeistiges Schöpferisches kann ebensowenig wie ein urböses Wesen unsre Geschicke leiten, da im ersten Fall das Geistlose nicht existieren kann - denn alles, was ist, lebt - im zweiten Fall der dem Menschen angestammte Trieb zum Guten unerklärbar wäre. Es gibt in allem Geschaffenen Stufenleitern, die sich auch auf unsichtbare Wesen erstrecken müssen, wenn nicht die Welt selbst die Urseele sein soll. So bemerken wir einen Fortschritt des Lebens, ausgehend vom Stein, überhaupt dem scheinbar Festen, Starren, fortschreitend zu Pflanzen, Tieren, Menschen und auslaufend in Erde, Luft, Himmelskörper, Welt oder Raum, Stoff und Zeit. Soll hier die Grenzen und das Ende sein? Sollen abstrakte Begriffe die Schöpfer alles Seins sein? Nein, über das Stoffliche, Räumliche, Zeitliche hinaus ragen die Urquellen des Lebens. Sie müssen höher und geistiger sein, die Lebensfähigkeit unendlich, die Schöpferkraft unbegrenzt sein.

Eine andre Stufenleiter bildet die anwachsende Verteilung der Geisteskräfte, und hier stehet von allen sichtbaren der Mensch an der Spitze, da er die größte Geistesausdehnbarkeit hat. Aber die Unvollkommenheit und Beschränktheit des menschlichen Geistes, der die Welt klar durchdringen müsste, wenn er der Urgeist sein sollte, leitet unsre Blicke auf eine höhere, erhabenere Geisteskraft, von der alle andern Geisteskräfte wie von einer Urquelle herfließen. So lassen sich noch viele solche Stufenleitern finden, wie der anwachsende Fortschritt des Stofflichen, Räumlichen, Zeitlichen, der Moral usw.  Alle aber - und das ist das Wichtige - bestimmen uns erstens die Existenz des ewigen Wesens, dann auch die Eigenschaften desselben. 


Nur auf einem guten Wesen und zwar auf einem Prinzip des Guten kann die Austeilung der Geschicke ruhen und wir müssen nicht verwegen den Schleier zu heben wagen, der über der Leitung unsrer Verhältnisse gebreitet ist. Wie vermöchte, auch der Mensch mit seinen so gering ausgebreitenden Anlagen des Geistes die erhabenen Pläne zu durchdringen, die der Urgeist aussann und ausführt! Es gibt keinen Zufall; alles was geschieht, hat Bedeutung, und je mehr die Wissenschaft forscht und sucht, desto einleuchtender wird der Gedanke, dass alles, was ist oder geschieht, ein Glied einer verborgenen Kette sei. Wirf deinen Blick auf die Geschichte; glaubst du, dass bedeutungslos die Zahlen sich aneinanderreihen? Schaue den Himmel an; meinst du, dass ordnungs- und gesetzlos die Himmelskörper ihre Bahnen wandeln? Nein, nein! Was geschieht, das geschieht nicht von ungefähr, ein höheres Wesen leitet berechnend und bedeutungsvoll alles Erschaffene.

(F.W.Nietzsche. aus dem Jahre 1861)



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Sonnenstrahlen


"Die Sonnenstrahlen scheinen von der Sonne herabzufließen, und wiewohl sie sich überall hin ergießen, werden sie doch nicht ausgegossen. Diese Ergießung ist nämlich nur eine Ausdehnung derselben. Führen doch auch ihre leuchtenden Strahlen (im Griechischen) von dem Wort -ausgedehnt werden- ihren Namen. Die Natur eines Strahls aber kann man erkennen, wenn man das Sonnenlicht, so wie es durch eine enge Öffnung in ein verdunkeltes Gemach hereinschlüpft, beobachtet. Es breitet sich in gerader Richtung aus und bricht sich, indem es die Luft gegenüber durchschneidet, an dem festen Körper, auf den es stößt; hier bleibt es dann stehen, ohne herabzugleiten oder zu fallen. So muss auch unsere denkende Seele ausstrahlen und sich ergießen, keineswegs aber sich ausgießen, vielmehr nur sich ausdehnen und gegen die ihr begegnenden Hindernisse keinen gewaltsamen und stürmischen Anlauf machen, noch herabsinken, vielmehr stehen bleiben und den Gegenstand beleuchten, auf den sie fällt. Denn was ihren Einfluss ausschließt, beraubt sich selbst ihres Glanzes.“ 


Marc Aurel


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