Die unkontrollierte Gefahr für die ganze Welt und die Ignoranz der Weltgemeinschaft
Jeder weiss, dass Israel über Atomwaffen verfügt, doch Jerusalem pflegt eine Politik der Ambiguität.
Welche Schätzungen gibt es zum Atomwaffenarsenal?
Laut dem Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) wird angenommen, dass Israel etwa 90 bis 300 Atomwaffen in seinem Arsenal besitzt.
Die sollen wahrscheinlich mithilfe von ballistischen Raketen, Kampfflugzeugen oder U-Booten abgeschossen werden können. Deshalb ist auch die Lieferung deutscher U-Boote an Israel umstritten.
Als Vater des israelischen Atomwaffenprogramms gilt der frühere Premier und Friedensnobelpreisträger von 1994, Schimon Peres.
Die ersten Verhandlungen im Nahost-Friedensprozess der 1990er-Jahre zwischen Israelis und Palästinensern hatten in Oslo stattgefunden.
Peres soll das Atomprogramm ab 1955 mit französischer Hilfe initiiert haben. So sah das ehemalige Atom-Komitee im US-Kongress
schon Ende 1960 starke Hinweise darauf, dass eine in der Wüste Negev im Bau befindliche Anlage primär zur Produktion von waffenfähigem Plutonium gedacht ist - auch "aufgrund der strikten Geheimhaltung des Projekts und umfangreicher französischer Unterstützung".
Eine Kontrolle durch die USA wurde geschickt manipuliert, indem man den Zugang zu den relevanten Forschungsräumen vor der Kontrolle zugemauert hatte (im Video wird das kurz thematisiert). Seither fanden keine Kontrollen mehr statt.
Die israelische Kernforschungsanlage Negev soll mutmaßlich auch dem Bau vom Atomwaffen dienen. Über den Kernreaktor in der Negev-Wüste wurde lange nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen. Sein Codename war "die Textilfabrik in Dimona". Die Wüstenstadt liegt rund 90 Kilometer südlich von Jerusalem. In der Anlage befinden sich unter anderem Jahrzehnte alte Labore, die die abgebrannten Brennstäbe des Reaktors wiederaufbereiten sollen, um waffenfähiges Plutonium zu gewinnen.
1986 verriet Mordechai Vanunu, jahrelang Techniker im Nuklearzentrum in Dimona, der britischen "Sunday Times" Einzelheiten über das israelische Atomprogramm - samt Fotos. Noch im selben Jahr entführte der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad ihn von Rom nach Israel, wo er wegen Spionage und Verrats zu 18 Jahren Haft verurteilt wurde.
Hat Israel den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet?
Israel zählt - anders als Iran - zu einer Gruppe von fünf Staaten, die dem Atomwaffensperrvertrag nicht beigetreten sind. Neben Israel haben ihn auch Indien, Pakistan, Südsudan und Nordkorea nicht unterschrieben.
Damit hat Israel das eigene Nuklearprogramm NICHT unter Aufsicht der Vereinten Nationen gestellt.
Es gibt Berichte über Atomwaffen-Tests. Der wohl bekannteste ist der sogenannte "Vela-Zwischenfall" von 1979: Im September des Jahres meldete der amerikanische Vela-Satellit einen Doppelblitz zwischen Südatlantik und Indischem Ozean. Bis heute wird vermutet, dass der Doppelblitz das Ergebnis eines Atomtests war, der von Israel oder Südafrika oder möglicherweise von beiden durchgeführt worden war. Offiziell bestätigt haben die beiden Staaten das nie.
„Von allen Atomwaffen in der Welt wird man sich des israelischen Arsenals am schwierigsten entledigen können“, prophezeite 1995 der frühere Direktor des Internationalen Stockholmer Friedensforschungsinstitutes SIPRI, Dr. Frank Barnaby.
Video in english:
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