Israel gefährdet den brüchigen Weltfrieden • Mit diesen Angriffen zerstört man kein Regime, sondern ein ganzes Land!
WIR ERINNERN UNS AN DIE (UNGEHÖRTEN) WORTE VON
Günter Grass (* 16.10.1927 † 13.04.2015)
Der Dichter kritisierte die Politik gegenüber dem Iran:
„Israel gefährdet den brüchigen Weltfrieden“
Was gesagt werden muss
Von Günter Grass
Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls Fußnoten sind.
Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet wird.
Doch warum untersage ich mir,
jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in dem seit Jahren - wenn auch geheimgehalten -
ein wachsend nukleares Potential verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?
Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt 'Antisemitismus' ist geläufig.
Jetzt aber, weil aus meinem Land,
das von ureigenen Verbrechen,
die ohne Vergleich sind,
Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch
mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
ein weiteres U-Boot nach Israel
geliefert werden soll, dessen Spezialität
darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe
dorthin lenken zu können, wo die Existenz
einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,
sage ich, was gesagt werden muß.
Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben will, zuzumuten.
Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt werden muß,
was schon morgen zu spät sein könnte;
auch weil wir - als Deutsche belastet genug -
Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre.
Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
weil ich der Heuchelei des Westens
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
den Verursacher der erkennbaren Gefahr
zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
gleichfalls darauf bestehen,
daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials
und der iranischen Atomanlagen
durch eine internationale Instanz
von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.
Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
mehr noch, allen Menschen, die in dieser
vom Wahn okkupierten Region
dicht bei dicht verfeindet leben
und letztlich auch uns zu helfen.
(Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 4. April 2012)
STOPPT DEN ILLEGALEN US-ISRAELISCHEN KRIEG GEGEN DEN IRAN!
STOPPT DIE ANGRIFFE AUF NUKLEARE EINRICHTUNGEN IM IRAN!
Die Einschätzung, dass Angriffe auf Nuklearanlagen in ihren Folgen kaum von der direkten Anwendung von Nuklearwaffen zu unterscheiden sind, wird auch in sicherheitspolitischen Debatten aufgegriffen.
Mehrere Berichte des Bulletin of the Atomic Scientists machen deutlich, dass die Angriffe auf iranische Nuklear- und Infrastruktur im Juni 2025 weitreichende Folgen hatten, die über die unmittelbare Zerstörung hinausgehen. Beschädigte Wasser- und Energieversorgung trafen ein Land, das im August bereits unter extremer Hitze von bis zu fünfzig Grad und schwerer Dürre litt. So verschärften sich Klimakrise und Kriegsfolgen gegenseitig, wodurch Wasserknappheit, Umweltzerstörung und menschliches Leid zunahmen. Besonders bedrohlich ist dabei die Gefahr, dass durch Schäden an nuklearen Anlagen radioaktive Stoffe freigesetzt werden, die sich über Luft und Wasser auch über die Landesgrenzen hinaus verbreiten und ganze Regionen langfristig kontaminieren können. Es wird eindringlich davor gewarnt, dass moderne Kriege nicht nur politische Konflikte sind, sondern Klima, Umwelt und die Sicherheit ganzer Weltregionen dauerhaft gefährden.
Nach der Charta der Vereinten Nationen verbietet Artikel zwei Absatz vier, grundsätzlich die Gewaltanwendung zwischen Staaten, außer im Fall von Selbstverteidigung oder mit Mandat des Sicherheitsrats. Darüber hinaus greifen Regeln des humanitären Völkerrechts, insbesondere die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit, der Unterscheidung zwischen militärischen und zivilen Zielen sowie des Schutzes der Zivilbevölkerung. Anlagen mit potenziell katastrophalen Folgen – dazu zählen auch nukleare Einrichtungen – stehen unter besonderem Schutz, weil ihre Zerstörung unverhältnismäßige Schäden verursachen kann.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen